Instrumente

Kombinationsinstrument 225 / 2700 FH - Faltunigraph

und 408/1909 Newtonspiegel

Das neue Kombinationsinstrument der Mond-, Sonnen-, und Planetenwarte "Paleske" wurde im Februar 2008 fertiggestellt.Zusätzlich zum 225/2700 FH- Faltunigraph wurde eine sehr gute 408mm Newtonoptik auf den vorhandenen Gittertubus des Sonnenteleskops aufgesetzt. Damit wurde die Beobachungsbreite auf die Nacht ausgedehnt. Schwerpunkte liegen eindeutig auf der fotografischen Beobachtungen der Sonne und des Mondes. Der Newton wurde mit schwarzer Teichfolie und als äußere Wärmeschutzschicht mit Rettungsfolie ummantelt. Die Gesamtmasse der bewegten Teile beträgt etwa 150kg.

225 / 2700 FH - Faltunigraph

Das neue Hauptinstrument der Sonnenwarte "Paleske" wurde im Februar 2007 fertiggestellt. Es ist ein 225/2700 FH- Faltunigraph mit dem schon beschriebenen Sekundärsystem und den Besonderheiten die das Instrument bietet. Im Gegensatz zum Vorgänger wurde der Strahlengang gefaltet, um den Tubus noch in der Sonnenwarte unterbringen zu können. Das eingeschleppte Streulicht, verursacht durch den Lambda20tel Planspiegel, hält sich in Grenzen und kann mit der EBV gut beherscht werden. Die Überlegenheit der größeren Öffnung zeigt sich in allen Beobachtungsarten.

Der 9 Zoll Unigraph wird zur Sonnenbeobachtung herausgefahren - ( Animation. Bitte in das Bild klicken)

Der Strahlengang ist bei 1,8m gefaltet und wird im schrägen Winkel rausgespiegelt. Der helle Lichtklecks im linken Bild am Rand des Gittertubus, etwa auf Höhe der Fernrohrwiege, ist das primäre Sonnenbild, welches auf die Kegelblende fällt.

Eine Menge Glas. Größenvergleich zwischen der 225/2700 FH Optik und der 127/1300 AK Lichtenkneckeroptik des Uni-Prototyps.

Am Sekundärfokus angesetzt die neue DMK AF04.AS CCD Kamera.

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150 / 1200 FH - Unigraph

Der 150/1200 FH Unigraph dient jetzt als Reiseteleskop, welches vor allem auf Teleskoptreffen die Zuschauer begeistern soll. Bilder vom Bau dieses Instrumentes findet man hier.

Am Sekundärfokus angesetzt ist eine DMK21 F04 FireWire Kamera, welche Avis für den Rechner liefert.
Die Montierung ist ein Selbstbau, hat 70 bzw. 80mm Achsen und ein 300mm Rektaszensionsschneckenrad.

Die Sonnenwarte vom Hausbalkon aus fotografiert.
Der Aufgang zur Sonnenwarte mit einem Volksfestplakat aus dem Jahr 2004 "Oberkrainer Power - 2004"
Die zwei zusätzlichen Gegengewichte wurde mit einem Zink Sprühlack gegen Rost behandelt.

Am Deklinationtangentialhebelarm ist ein schwerer Metallblock zum Gewichtsausgleich angeschraubt worden (Betongrau).

Der Primärfokus mit Kegelblende, Kegelblendenkreuzschlitten und Kegelirisblende.
Links vom Primärfokus, am schweren armeegrünen Metallkreuzschlitten befindet sich das Projektionsobjektiv - hinter dem Kegelblendenkreuzschlitten. Dieses Proj.Objektiv ist an einem feinem Steiggewinde befestigt worden und dient damit u.a. zur präzisen Einstellung der Schärfe des Sekundärfokus.
Der schwere OKZ. Unterhalb, leicht rechts von der Mitte, erkennt man das schwarze Rad mit dem der OKZ über ein Getriebe verstellt werden kann. Diese Verstellung wird nur für die Grobverstellung bei Brennweitenwechsel genommen.
Der Sekundärfokus mit CCD Kamera. Am Schwalbenschwanzanschluss zum OKZ erkennt man, am silbernen Zwischenring, auf der linken Seite einen kleinen rausragenden Stift. Dieser ist der Hebel zur genauen Einstellung des Halphafilterwinkels im Strahlengang.
Das Teleskop in Beobachtungsstellung gebracht, Filter geheizt, Protuberanz eingestellt, Kegelblende und Schärfe eingestellt - jetzt könnte fotografiert werden, wenn nicht innerhalb von 5 Minuten dichte Bewölkung aufziehen würde (18.02.2006)!
Gesamtansicht des 6 Zöllers. Blick in Richtung Osten.

Südostansicht - Das schwarze Dach wird
noch mit hellen Blech verkleidet

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Der 127mm Unigraph wurde bis Ende 2005 ausschließlich für die Sonnenbeobachtung genutzt. Danach wurde er vom jetztigen 150/1200 FH Unigraphen abgelöst

127 / 1300 AK Unigraph

127/9948 Unigraph

Zur Sonnenbeobachtung wurde ausschließlich der 127/1300 Unigraph eingesetzt! 

Instrumentendaten:

freie Öffnung: 127mm

Brennweite: 1300mm

Sekundärbrennweite 3500mm bis 18000mm

Objektiv: verkitteter Achromat asphärisch von Lichtenknecker

Die Stabilisierung des Gittertubus des Fünfzöllers wurde mit Hilfe von Dreiecken, die aus 20mm Rechteckaluprofilen bestehen und die mit der Montierung und Tubus festverschraubt sind, vorgenommen.
Die Sonnenwarte wurde im August 2005 weiter vervollständigt, insbesondere wurde die Säule verkleidet, der Fußboden verlegt und der Computerarbeitsplatz flexibel aufgebaut - damit wird die Bildbeurteilung am Bildschirm besser möglich, da dieser jetzt in die optimale Position geschoben werden kann.

Die neue deutsche Montierung des Unigraphen mit 85mm Achsen und 330mm Schneckenrad

Als Aufnahmeflansch wurde eine 20mm starke Laudalplatte an den Gittertubus geschraubt

Im Hintergrund der Westgiebel mit ausgeschnittener Öffnung für den Tubus

Die Gesamtansicht der Sternwarte von Südosten aus gesehen. Die schwarze Asphaltdecke ist für die Sonnenbeobachtung sicher nicht günstig.

Der 127/118 mm Unigraph hat eine Baulänge von 1,7m und ragt damit leicht über das Dach hinaus.Auf dem schwarzen Pappdach erkennt man oben links die luftberuhigende Maßnahme " Rasensprenger"

Die Ansicht von Nordwesten.

Die Westansicht.

Der 127 mm Uni mit angesetzer Kamera am 10m Fokus.

Über der Kamera das binokulare Klarscheibenfernrohr

Noch ist Kabelsalat angesagt. Es ist die 20m lange Schnur für Videokamera und Steuerung der Montierung. Zukünftig werden die Kabel alle unsichtbar unter der Holzdielung verlegt.

Das Okularende des Unigraphen. In der Mitte, das schwarze Rad, ist die Fokussiermöglichkeit für das Projektionsobjektiv. Eine weitere noch feinere Fokussierung ist direkt an diesem angebaut (auf dem Bild nicht sichtbar). Der schwere Kreuzschlitten mit Positionskreis dient nur noch zur Auflage der Kamera. Ganz unten angesetzt zwei 90° Prismen zur Strahlenumlenkung.

Damit ist es möglich jede Protuberanz aufrecht im Okular einzustellen. Das ist wichtig für Detailbeobachtungen.

Der Projektionsschirm zur Weißlichtbeobachtung - übrigends die beste Art Sonnenflecken zu beobachten. Man erkennt ein Stück der projezierten Kegelblende. Helle Protuberanzen lassen sich auch so beobachten. So wie ich die Szene kenne, ist dies eine vollkommen neue Beobachtungsmöglichkeit. Dies geht übrigens mit Multichromatfilter und gänzlich ohne Filter allerdings nur bei guter Transparenz und größeren Eruptionen

Das Hauptobjektiv AK 127/1300 in einer aus Aluminium und Holz selbst gefertigten Fassung.

Der große Aluteller wurde aus dem Boden einer handelsüblichen Teflonbratpfanne (10DM!) hergestellt.

Darin befindet sich ein Holzring in der das Objektiv duch 3 seitliche Klammern gehalten wird.

Links vom Objektiv befindet sich die vom Okularende aus bedienbare Klappe mit einer 50mm verschließbaren Öffnung.

Das Objektiv vom Okularende aus betrachtet. Man erkennt am Rand des Glases die rote Einfärbung.

Diese Färbung ist aus den Streulichtversuchen übriggeblieben die vor Jahren zum Unigraphensystem geführt haben.

Blick durch das Hauptobjektiv auf die Kegelblende und die Kegelirisblende.

Die Lyotblende wirkt 100%ig und macht Tubusblenden überflüssig.

Was ist ein Unigraph?
Das Unigraphensystem ist von mir im November 1997, als Reaktion auf die unbefriedigenden
Abbildungseigenschaften herkömmlicher Amateurlyotteleskope, entwickelt worden.
Im Jahr 1997 fanden Experimente mit verschiedenen optischen Varianten von Lyotteleskopen statt.
Angefangen von der originalen Variante des Astronomen B. Lyot mit parallelen Strahlengang
und zwei Lyotblenden, bishin zu den verschiedenen Varianten Nögelscher Bauart mit unterschiedlichen
Möglichkeiten der Kegelblendenrandabtastung.




Alle diese Vorläufer des Unigraphen hatten im Sekundärfokus eine schlechtere Abbildungsleistung,als im Primärfokus. Das mag an den verwendeten Zusatzoptiken gelegen haben, da diese Bauteile nicht extra für den eingesetzten Zweck berechnet worden waren. Vor allem die Hilfslinse, ein bis da to unentbehrliches Bauteil in Lyotteleskopen, störte mich, da sie die Bilder weich machte. Sie wirkt wie eine billige Vorsatzlinse des Projektionsobjektivs und sitzt an einer kritischen Stelle im Strahlengang. So war es nur folgerichtig, dass versucht wurde, dieses Bauteil aus dem Strahlengang zu eleminieren. Im Nov.97 war es dann soweit. Es wurde eine Möglichkeit gefunden, die Hilfslinse aus dem Strahlengang zu entfernen, ohne auf ihre notwendige Wirkung zu verzichten. Dabei war es insbesondere wichtig, dass das Teleskop möglichst auch noch Beobachtungsarten zuließ,wie man es von normalen Teleskopen gewohnt war, also z.B. binokulare Beobachtungsweise, Okularprojektion, usw.

Am Abend des 20 November 1997 fiel mir die Lösung ein.


1.

Die Aufgabe der Hilfslinse wurde dem Projektionsobjektiv mit aufgebürdet und dafür
eine vignittierende Wirkung der Lyotblende in Kauf genommen.

Nachdem dieser erste und wichtige Schritt getan worden war, kam eine zweite Neuerung zum Einsatz.

2.

Auf Kegelblendenhöhe wurde eine zweite Irisblende (neben der Lyotblende) in den Strahlengang
gebaut welche beliebig das Gesichtsfeld begrenzen kann.

Dies ist unbedingt nötig, um auch mit dem Unigraphen Photosphärenbeobachtungen durchführen
zu können, ohne irgendwelche Filterungen vor dem Primärfokus verwenden zu müssen.
Die Filterung geschieht dann im Sekundärstrahlengang mit Hilfe eines Okularfilters o.a..
Wird dieser Filter unmittelbar nach der Irisblende angebracht, braucht dieser nur einen
etwas größeren Durchmesser zu haben, als die Lyotblende selbst. Es ergibt sich somit
ein riesen Vorteil, da die volle Öffnung des Teleskops genutzt werden kann, der Filterdurchmesser
aber auf max. 15mm Durchmesser begrenzt wird und der sekundäre Fokus bei dem gewünschten
hohen Abbildungsmaßstab kalt ist!

Der Unigraph sollte anfänglich nur zur Halpha Beobachtung mit starken Vergrößerung eingesetzt werden. Dazu ist es notwendig, die Gesamtbrennweite des Instruments zu erhöhen, um mit bequemen 25mm Okularen auch hohe Vergrößerungen erreichen zu können. Infolge dessen beträgt die sekundäre Brennweite z.Z. 9848mm (primär 1300), der Abbildungsmaßstab also etwa 1:8. Diese hohe Brennweite von fast 10m erfordert einen relativ weiten optischen Weg nach dem Projektionsobjektiv. Das ist von Vorteil, wenn man diese opt. Weglänge mit Hilfe von Prismen oder Spiegeln umlenkt. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt des Tubus in Richtung Montierung bei Einsatz von schweren Zusatzgeräten. Wenn am 127/1300mm Unigraph fotografisch mit 15m Brennweite gearbeitet wird, dann befindet sich die Spiegelreflexkamera genau auf Höhe der Tubuswiege. Somit sind evtl. auftretende Schwingungen wesentlich besser zu beherrschen als eine, von der Fernrohwiege weit weg, am Okularauszug angesetzte Kamera.

Auch in der mechanischen Ausführung des Unigraphen gibt es etwas Neues.

Der Kegel-, Irisblendenblock sitzt auf einem dreidimensionalen Kreuzschlitten. Damit ist es möglich, die Kegelblende beliebig in das Gesichtsfeld hinein oder heraus zu fahren bzw. die exakte Schärfe unabhängig vom Sonnenbild einzustellen. Bei sehr hohen Vergrößerungen muss der Kegelblendenrand scharf sein, ansonsten fällt es schwer, sich auf chromosphärische Randerscheinungen zu konzentrieren. Da der Kegel meist exzentrisch im Strahlengang sitzt um die besten Mittenstrahlen des Systems zu nutzen, wird beim Abfahren des Sonnenrandes immer ein Stück Photosphäre mit freigegeben. Dies ist kein Problem, wenn die Irisblende am Kegel den freien Durchlass des Primärbildes auf etwa 4mm begrenzt. Der Blendeffekt im Sekundärfokus hält sich in Grenzen, wenn mit starken Vergrößerungen oder mit einen Okularfilter das Bild während des Einstellens des Objekts abgedunkelt wird. Ein diesbezüglich eingesetzter Okularfilter muss natürlich dann bei der "richtigen" Beobachtung der Protuberanzen wieder entfernt werden. Der Kreuzschlitten erlaubt eine sehr komfortable Möglichkeit der Einstellung der Kegelblende in das Gesichtfeld des Okulars oder der Kamera. Je nach Größe der Protuberanzen liegt der Kegelblendenrand dann eher am Rand oder in der Mitte der Klarscheibe oder des Okulars.

Was ist ein Multichromatfilter?

Herkömmlich werden Protuberanzen im Amateurbereich mit monochromatischen H alpha Filtern beobachtet. Im Unigraphen ist es im Koronografenmodus am besten, wenn dabei Filter von 1nm Halbwertbreite eingesetzt werden. Im Febr. 2001 ist es mir jedoch auch gelungen, einen Filter zu entwickeln, der den zwangsläufigen Monochromasieeffekt normaler Interferenzfilter vermeidet. Dieser "Multichromatfilter" erzeugt ein Bild der Protuberanzen in den natürlichen Farben so, wie sie bei "echten" Sonnenfinsternissen erscheinen - pinkfarbene Protuberanz, schwarzer Mond (Kegel), blauer Himmel!

Darüberhinaus kann der Filter, je nach Stellung der Komponenten zu einander, auch ein Hbeta Bild sowohl monochromatisch wie auch multichromatisch erzeugen. Protuberanzen erscheinen dann entweder blau oder blauweis. Hat man einmal eine helle Eruption, die im monochromaten H alpha Licht eher weis aussieht miterlebt, ist man von dem vielen roten Farbnuancen die sich vor dunkel- oder hellblauen Himmel deutlich abheben in den Bann gezogen.

A

Einsatzgebiete des Unigraph:

Eines möchte ich voranstellen:

<<< Sonnenbeobachtung kann gefährlich sein >>>.

Machen Sie nur Experimente bei denen Sie sicher sind, dass es zu keiner Schädigung von Körperteilen usw. kommt. Alle nachfolgenden Ausführungen beziehen sich ausschließlich auf die Anwendung am Unigraph und müssen bei Anwendung auf herkömmliche Teleskopsysteme (Protuberanzenansätze, Protuberanzenteleskope usw.) auf ihre Tauglichkeit vorab getestet werden. Der Verfasser haftet nicht für eventuelle Schäden, die auf die Anwendung der vorgestellten Beobachtungsmethoden in Verbindung mit herkömmlichen Teleskopsystemen zurückzuführen sind.
Ein sorgloser Umgang mit dieser schönen Freizeitbeschäftigung kann u.U. schwerwiegende Folgen haben. Wenden Sie sich im Zweifel an versierte Amateurastronomen die jahrelange Erfahrung besitzen.

Das Hauptarbeitsgebiet dieses Instruments liegt eindeutig im Bereich der Sonnenbeobachtung. Sehr sinnvoll ist jedoch auch die Mondbeobachtung, bei der ähnliche Vergrößerungen angewendet werden können wie im solaren Bereich.

1. koronografischer Beobachtungsmodus:

Im Koronografenmodus sind monochromatische und multichromatische Sonnenbeobachtungen in H alpha und H beta (bei Einsatz des Multichromatfilters) der Protuberanzen und der Chromosphäre möglich. Die dabei eingesetzten Vergrößerungen betragen standardmäßig binokular 400 bis 800fach. Bei sehr großen Eruptionen kommen jedoch auch aus Übersichtsgründen kleinere Vergrößerungen ( 250 fach ) zum Einsatz.

Sind sehr gute atmosphärische Durchsichtsverhältnisse gegeben, ist es möglich, koronografische Protuberanzenbeobachtung auf dem Projektionsschirm zur Demonstration der Farbe der Objekte oder der unmittelbaren Sonnenumgebung (Schneetreiben, Pollenflug, usw.) mehreren Beobachtern gleichzeitig zugänglich zu machen. Dabei wird die Koronografenblende scharf auf dem Projektionsschirm abgebildet und die Photosphäre hinter die Kegelblende gefahren. Der normale 1nm Interferenzfilter muss aus dem Strahlengang entfernt werden. Als Ersatz kommt entweder der Multichromatfilter, der OIII Filter oder helle Verlaufsfilter zum Einsatz. Damit ergibt sich auf dem Projektionsschirm ein ähnlicher Bildeindruck wie bei der direkten koronografischen Okularbeobachtung. Auf Grund der dann doch geringen Flächenhelligkeit ist es aber von Vorteil diese Beobachtungsart im Sekundären Fokus zu betreiben und auf eine Okularprojektion zu verzichten. Selbstverständlich ist eine lichtdichte Abdunklung des Projektionsschirms notwendige Voraussetzung für diese neue Beobachtungsart. Auch sollten die Objekte eine gewisse Größe und Helligkeit besitzen, damit diese auch auf dem Schirm beobachtbar werden. Bei rund 10m Brennweite beträgt das Sonnenbild rund 10cm im Durchmesser. Aus deutlicher Sehweite betrachtet ergibt dies ungefähr eine äquivalente Okularvergrößerung von 45fach. Dies ist sehr klein und nur größere Protuberanzen lassen sich noch gut beobachten.

2. nichtkoronografischer Beobachtungsmodus:

Für die visuelle Photosphärenbeobachtung hat sich herausgestellt, das die Projektionsmethode die besten Ergebnisse bringt. Es können verkittete Okulare bei voller Objektivöffnung eingesetzt werden, da der sekundäre Fokus kalt ist. Die Abbildungsmaßstäbe sind riesig. Normalerweise wird eine 1000 fache Vergrößerung rund 45cm weit projiziert. Bei diesen Maßstäben ist es möglich, direkt am Schirm, die morphologischen Veränderungen der Granulationszellen innerhalb von 10 Minuten life mitzuerleben. Das habe ich mit direkter Okularbeobachtung noch nie geschafft.
Selbstverständlich lassen sich alle gängigen Zusatzgeräte wie Sonnenprismen, Objektivfilter, Folienfilter usw. auch einsetzen. Mit der Projektionsmethode kommen diese Geräte allerdings nicht mit. Diese Aussage bezieht sich auf die Erkennung feinsten Details und bequemen, ermüdungsfreien Beobachtens .

3. Einige Beobachtungsergebnisse

Neben hunderten Versuchen mit Filtern, opt. Anordnungen, besten Brennweiten, Belichtungszeiten, fotografischen Entwicklungsverfahren, visuellen Beobachtungsverfahren, verschiedenen Kegelformen, Kühlung des Kegels, Aufheizung der Kegelrandumgebung usw. möchte ich hier, stellvertretend für sehr lehrreiche Erkenntnisse, nur ein Ergebnis vorstellen. Es waren die Resultate aus koronografischen Beobachtungen am Mond und an der Sonne. Diese Versuche waren in Bezug auf die Streulichtwirkung hoch interessant. Der Unigraph ist ja ein Instrument, welches fast kein instrumentelles Streulicht besitzt. Dies betrifft auch das beugungsbedingte Streulicht. Jedes normale Teleskop, ob nun mit Streulichtblenden oder ohne, ob mit T-Belag oder ohne, hat diese Art von Streulicht. Normalerweise fällt dies beim Beobachten mit herkömmlichen Teleskopen nicht auf, weil an der Sonne sowieso gefiltert werden muss oder weil das Beobachtungsobjekt sehr hell ist (Mond), so dass das beugungsbedingte Streulicht im normalen Bild "ertrinkt".
Am Unigraphen kann aber dieses spezielle Streulicht sichtbar gemacht werden, wenn man den Mond hinter die Kegelblende fährt und sich die Himmelsumgebung anschaut. Man wird jetzt im Gegenlicht erkennen, wie sich die unmittelbare Himmelsumgebung aufhellt, wenn die Wirkung der Lyotblende mal ausgeschaltet wird und mal nicht. Ich hätte nicht gedacht, dass das im Vergleich zur Sonne doch recht lichtschwache Bild des Mondes auch beugungsbedingtes Streulicht erzeugt, welches auch sichtbar wird. Diese Erkenntnis bezieht sich nur auf die koronografische Beobachtungsart. Die These der spürbaren Kontraststeigerung auf Planetenoberflächen usw. (Nemec) durch Eliminierung des beugungsbedingten Streulichts, konnte ich bisher nicht bestätigen.

Die extrem schädliche Wirkung dieser Streulichtart kommt jedoch bei der koronografischen Sonnenbeobachtung am stärksten zum tragen, wenn nicht oder nur wenig gefiltert werden darf. Dann ist dieses Licht so stark, dass keine Beobachtungen von Protuberanzen ohne Filter bzw. mit Multichromatfilter möglich waren. Obwohl der Tubus von allen Seiten offen ist, ist die Wirkung der Lyotblende 100%. Es entfallen alle Arten von Tubusblenden, Schwärzungen von Rohrinnenwänden usw., mit denen man bei herkömmlichen Teleskopsystem versucht ein kontrastreiches Bild herzustellen.

Im fotografischen Bereich wurde mit dem Ziel experimentiert, das beugungsbedingte Streulicht zur Aufhellung des Himmels in gewissen Grenzen zu zulassen, da die Negative vielfach zu hart sind. Dabei wurde absichtlich die Lyotblende so eingestellt, dass ihre konjugierte Ebene etwa 30 cm vor dem Objektiv lag (vom Fokus aus betrachtet). Die entwickelten Bilder zeigten eine leichte Aufhellung der Kegelrandumgebung welche sich allerdings nicht über das ganze Negativ gleichmäßig verteilt. Schädlich ist dieses Verfahren bei Chromosphärenbeobachtung, da muss dieses Streulicht vollständig eleminiert sein. Um eine angenehme Aufhellung des Himmelshintergrundes bei fotografischen Aufnahmen zu bewirken empfiehlt sich ein beabsichtigtes Verunreinigen des Hauptobjektiv mit Staub. Am besten ist es aber, wenn der Himmel von sich aus schon ein wenig aufgehellt ist, dann erübrigen sich alle instrumentellen Hilfsmittel. Hat man an solchen Tagen gute Luft und eine schöne Protuberanz, so lassen sich Bilder erzeugen, die an Ästhetik nicht mehr zu überbieten sind.

Weitere Versuche das beugungsbedingte Streuchlicht in irgendeiner Art zu beeinflussen sind dadurch realisiert worden, dass verschiedenen Einfärbungen (schwarz, grün, rot, blau) am Hauptlinsenrand aufgebracht wurden. Normalerweise sind die Objektivränder an der Seite unpoliert und nicht geschwärzt. Die aufgebrachte Farbe lies sich schnell wieder entfernen, da wasserlösliche Filzschreiber verwendet worden sind. Schaut man sich das Streulicht koronografisch ohne Filter an, so erkennt man ein charakteristisches Aussehen - dieses Licht ist nicht diffus und gleichmäßig verteilt, sondern es tritt in Form von hellen Streifen die sich schräg durchs Bild ziehen auf.
Ergebnis der Versuche:
Ein negatives Ergebnis ist auch ein Ergebnis. In keiner Weise konnte das Streulicht durch Einfärbung des Hauptobjektivrandes beeinflusst werden.

Resumé

Der Unigraph hat sich bei mir, im koronografischen als auch nichtkoronografischen Modus, als ein Hochleistungsinstrument erwiesen, welches herkömmliche Teleskope zur Sonnenbeobachtung in Bezug auf die Einsatzmöglichkeiten weit übertreffen kann. Im Unigraphen vereinigt sich die geniale Grundidee von B. Lyot mit der Idee eines hilfslinsenfreien Systems zu einem Sonnenteleskop allererste Güte.
Die Möglichkeit der extremen Vergrößerungsfähigkeit der Bilder sowohl koronografisch als auch nichtkoronografisch ermöglicht das Studium feinsten Details auf der Sonne. Wer einmal mit diesen Maßstäben beobachten konnte, sieht herkömmliche Beobachtungsverfahren der Sonne mit anderen Augen. Eines wird dabei allerdings vorausgesetzt:

die Atmosphäre muss diese Abbildungsmaßstäbe zu lassen.

Was nützt das beste Teleskop, wenn bei einer 40 fachen Vergrößerung der Sonnenrand wallt. Aber dieses Problem haben alle Beobachter, sowohl Profis als auch Amateure.